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Kurz und Bündig: 24 Stunden im Rom

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Planst du einen Zwischenstopp in Rom, aber hast keine Ahnung, was du dort tun sollst? Kein Problem. In der neuesten Ausgabe der Rubrik „24 Stunden in…“ erfährst du alles, was du für einen tollen Aufenthalt in der italienischen Hauptstadt wissen musst.

Gastbeitrag von Nina Feldhofer von fernsucht.at

24 Stunden sind keine lange Zeit. Das reicht gerade, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Erwarte deswegen hier keine Geheimtipps. Was du auf dieser Seite aber finden kannst, ist eine komplette Tourenbeschreibung für ein eintägiges Sightseeing-Programm und hoffentlich auch ein bisschen Inspiration.

Dein Tagesprogramm

Eines vorweg: Unsere Tour führt dich vor allem durch kleine Gässchen, die noch mit Kopfsteinen gepflastert sind. Ausserdem liegen die meisten Sehenswürdigkeiten weit auseinander und das öffentliche Verkehrsnetz in der Innenstadt gleicht wegen der vielen Einbahnstrassen einem Irrgarten, den du besser meidest. Ohnehin bist du oft zu Fuss schneller. Kurz: du solltest gutes Schuhwerk mitbringen und dich früh auf den Weg machen.

Die Spanische Treppe zum Einstieg (1 Stunde)

Zur Spanischen Treppe kommt man ganz einfach mit der Metro (rote Linie, Station Spagna). Sobald du dich aus den Tiefen der Untergrundbahn gekämpft hast und auf der grossen Piazza di Spagna gelandet bist, findest du links die Spanische Treppe, die einem Wasserfall gleicht. Eine heftige Beschallung liefern die vielen Menschen, die sich auf den Treppen niedergelassen haben, um auf jemanden zu warten oder einfach nur ein bisschen zu rasten.

Die Spanische Treppe: Treffpunkt für ganz Rom. Fotos. N. Feldhofer
Die Spanische Treppe: Treffpunkt für ganz Rom. Fotos. N. Feldhofer

Es empfiehlt sich bis ganz nach oben zu gehen. Bereits auf der ersten Plattform dünnt sich die Menschenmenge stark aus und ganz oben, vor der Kirche Trinita dei Monti, liegt dir die ganze Stadt zu Füssen. Die Kirche ist gratis zu besichtigen. Wenn du etwas mehr Zeit hast, kannst du auch einen kurzen Umweg zur pompösen Medici Villa machen.

Fontana di Trevi und Pantheon (2 Stunden)

Von der Spanischen Treppe folgst du einfach den Schildern und schon bald stehst du vor dem Trevi-Brunnen. Leider finden derzeit noch bis Herbst 2015 Renovierungsarbeiten an der Fassade statt und man hat nichts von der Schönheit und Gelassenheit, die dieser Brunnen sonst verkörpert. Da auch kein Wasser im Becken ist, kannst du auch nicht die berühmten Münzen hineinwerfen. Für alle, die nach Herbst 2015 nach Rom reisen, ist der Besuch des Brunnens ein Muss.

Eingerüstet: Der Trevi-Brunnen soll ab kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlen.
Eingerüstet: Der Trevi-Brunnen soll ab kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlen.

Wir kommen jedoch aus einem anderen Grund hierher: Gleich ums Eck befindet sich nämlich das Pantheon. Dieses eindrückliche Bauwerk sollte sich kein Romreisender entgehen lassen. Einst wurde es am Marsfeld vor den Toren der Stadt erbaut und war über 1700 Jahre lang die grösste Kuppel der Welt – erst im 15. Jahrhundert wurde sie von der Kuppel der Florentiner Domes abgelöst. Du kannst das Innere gratis betreten.

Das Oculus des Pantheon: Viele Jahrhunderte lang die grösste Kuppel der Welt.
Das Oculus des Pantheon: Viele Jahrhunderte lang die grösste Kuppel der Welt.

Wenn du hier den Blick nach oben schweifen lässt, wirst du dich unweigerlich fragen, wie die Menschen im ersten Jahrhundert etwas so Enormes und gleichzeitig Schönes bauen konnten. Es lohnt auf jeden Fall, sich einen Audioguide zu leihen. So kannst du all die kleinen Geheimnisse und Geschichten des Baus erkunden.

Langsames Essen und die Piazza Navona (1 Stunde)

In zehn Minuten kannst du vom Pantheon in den Norden hinauf zum Ciao Checca an der Piazza di Firenze 25 spazieren. Dabei handelt es sich um ein kleines Slowfood Restaurant mit leckeren italienischen Gerichten. Die Auswahl ist gross und am Besten kostest du dich durch allerlei leckere Speisen durch. Dabei tut es gut, die Füsse ein wenig zu entspannen. Du musst ja noch für den zweiten Teil des Tages gerüstet sein.

Gemütlich Ecke: Einer der Brunnen an der der Piazza Navona.
Gemütlich Ecke: Einer der Brunnen an der der Piazza Navona.

Die Piazza Navona ist zu jeder Tages- und Nachtzeit einer der belebtesten Plätze Roms und gleichzeitig auch einer der gemütlichsten. Solang du die Lokale meidest, die sich rund um den Platz befinden (Achtung: Touristenabzocke!), kannst du hier gemütlich mit einem Eis vor einem der Brunnen sitzen und den Strassenkünstlern lauschen.

Engelsburg (2 Stunden)

Um auf dem etwas längeren Spaziergang zur Engelsburg nicht allzu müde zu werden, solltest du dir noch an der Bar in einem Café einen Espresso genehmigen. Dank dran: In Italien ist es gesetzlich geregelt, dass ein Espresso an der Bar nicht mehr als einen Euro kosten darf. Wenn du dich aber an einen Tisch setzt, musst du unter Umständen deutlich mehr hinblättern.

Mit dieser Stärkung solltest du es problemlos zur Ponte S. Angelo schaffen. Die Brücke ist beiderseits von Engeln gesäumt und man ist sich einfach nicht sicher, ob diese Engel gute oder böse Absichten hegen. Was aber klar ist: Sie alle sind in der Bewegung gefangen und man fragt sich, wie es möglich ist, harten Stein so lebendig aussehen zu lassen.

Engelsburg: Erzengel Michael verkündet das Ende der Pest.
Engelsburg: Erzengel Michael verkündet das Ende der Pest.

Die Engelsburg solltest du unbedingt besuchen (7.50 – 10 Euro). Mit einem Audioguide kannst du dich mehr oder weniger durch die gesamte Geschichte Roms führen lassen. Hier solltest du unbedingt die Rampen und Treppen hinauf wandern, bis du direkt unter dem Erzengel Michael stehst, der gerade sein Schwert in die Scheide führt.

Die Legende will, dass der Erzengel Papst Gregor dem Ersten in genau dieser Pose erschienen ist, um so das Ende der Pest zu verkündet. Da die Epidemie daraufhin tatsächlich abflaute, wurde dem Himmelswesen ein Denkmal gesetzt. Auf der Aussichtsplattform hast du fast einen 360-Grad-Blick über Rom und einen direkten Sichtkontakt mit dem Petersdom.

Dorthin führt übrigens ein kleiner Fluchttunnel (Passetto), der durch den Roman „Da Vinci Code“ von Dan Brown Weltruhm erlangt hat. Wer das Buch kennt, weiss, wovon ich spreche. Für alle anderen eine kurze Erklärung. Durch diesen als Mauer getarnten Tunnel konnten die Päpste im Fall der Fälle vor dem Pöbel fliehen. Den Tunnel selber können Touristen zwar nicht betreten. Aber du kannst der Mauer von aussen folgen.

Der Vatikan (2 Stunden)

Nur zwei Stunden für den Vatikan zu veranschlagen, ist recht knapp. Man könnte Tage darin verbringen und immer noch nicht alles gesehen haben. Wer jedoch wenig Zeit mitbringt, für den zahlt es sich aus, erst nach 17 Uhr zu kommen. Dann ist die Schlange vor dem Petersdom nämlich auf ein erträgliches Maß geschrumpft und du kannst das gigantische Bauwerk ungestört bewundern. Der Dom ist übrigens Petrus gewidmet, der angeblich in einem kleinen Grab tief unter dem Altar begraben sein soll: Petrus. Mit etwas Glück reicht es noch, zur Kuppel zu fahren – wobei du hier mit einer langen Warteschlange rechnen musst.

Der Petersdom: Für den Besuch seiner Kuppel solltest du genügend Zeit einplanen.
Der Petersdom: Für den Besuch seiner Kuppel solltest du genügend Zeit einplanen.

Da das Vatikanische Museum sehr teuer (8 bis 16 Euro) und sehr weitläufig ist,  haben wir auf diesem Rundgang ganz einfach keine Zeit mehr dafür. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Stunden einzuplanen, besser mehr. In dieser Zeit kannst du nicht einmal die Hälfte der Räume durchschreiten. Egal, wie lange du bleibst: Du solltest auf alle Fälle einen Blick in die vollgestopfte Sixtinische Kapelle werfen.

Noch ein kleiner Tipp: Am letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt in das Museum gratis! Jeden Mittwoch hält der Papst eine Audienz ab. Wer möchte, kann sich einen Tag vorher um ein kostenloses Ticket bemühen.

Entspannen beim Kolosseum (2 Stunden)

Wer nach dieser Anstrengung noch Muse hat kann in die Metro Richtung Termini einsteigen. In Termini in die blaue Linie B Richtung Laurentina einsteigen und beim Colosseo aussteigen. Für eine Führung im Inneren ist es wahrscheinlich schon zu spät, aber die wahre Schönheit des Bauwerks präsentiert sich ja sowieso Außen. Hier kannst du sehr schöne Postkartenphotos oder Selfies für die Daheimgebliebenen schießen. In der Nähe des Forum Romanum (gleich gegenüber des Kolosseums) wimmelt es von kleinen Trattorien, in denen du den Abend bei einem Glas Wein (In Rom gibt es super Weine, Bier ist aber sehr teuer!) und Pizza ausklingen lassen kann.

Praktische Tipps

Öffentlicher Verkehr

Für unseren Rundgang zahlt sich ein Abo für die Öffentlichen Verkehrsmittel nicht aus. Deshalb am besten Einzelfahrten (1.50€) kaufen. Die haben eine zeitliche Begrenzung, dafür darfst du aber jedes öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Die Schalter stehen in den Metrostationen.

Museen

Es gibt einen Rompass für 48 Stunden für 28 Euro zu kaufen. Bei einem zweitägigen Besuch der ewigen Stadt kann sich das lohnen. Bei diesem Rundgang jedoch nicht. Wenn du sparen möchtest, solltest du die Besuche von Museen nach Möglichkeit auf den Sonntag legen. Dann gibt es in fast allen reduzierte Preise oder sie sind vollkommen kostenlos. Am letzten Sonntag des Monats sind die Vergünstigungen sogar noch besser. Denk aber daran: An den kostenlosen Tagen gibt es natürlich auch mehr Besucher.

Unterkünfte

Günstige Hotels sind in der Innenstadt von Rom nur schwer zu bekommen, insbesondere bei einem spontanen Tripp. Wenn du nichts findest, kannst du vielleicht über Airbnb.com oder ferienwohnungen.com privat unterkommen. Wenn du ausserhalb des Zentrums etwas findest, solltest du unbedingt auf eine gute Zugverbindung achten. Wer früh genug bucht, findet aber auch in der Innenstadt immer ein schönes kleines Hostel.

Vom Flughafen in die Innenstadt

Ungefähr alle 15 Minuten fährt ein Zug direkt vom Flughafen in die Innenstadt (Station Termini). Dort kannst du in die Metro (rote und blaue Linie) umsteigen. Das Ticket kostet etwa 8 Euro.

Rom als Wochenendausflug

Als Wochenendausflug lässt sich Rom sehr ans Herz legen. Am Samstag in der früh hinunter fliegen, die Stadt erkunden und vor dem Flug am Sonntag noch ein gemütliches Frühstück mit Cappuccino und Tramenzini. Es gibt immer wieder sehr günstige Angebote mit Low Cost-Carriern.

Als Zwischenstopp lässt es sich vorallem auf Grund der super Innenstadtanbindung empfehlen. Auch in einem halben Tag kann man einen gemütlichen Spaziergang in der Altstadt machen.

Lohnt sich ein Aufenthalt?

Ich habe zwölf Tage in Rom verbracht und mich keinen einzigen Tag gelangweilt. Die Stadt ist wirklich interessant und bietet immer wieder etwas Neues. Das Beste was man tun kann ist in das “Dolce far niente” eintauchen und einfach die Stadt geniessen.

ninaDie Gastautorin
Nina Feldhofer kommt aus dem österreichischen Graz und studiert an der technischen Universität Materialphysik. Um Abstand von all den Formeln zu bekommen, reist Nina immer wieder gerne ins Ausland. Zuletzt nach Rom, zuvor nach Indonesien.
Über ihre Erlebnisse schreibt Nina auf dem Blog fernsucht.at. Du kannst ihr ausserdem über ihre Facebook-Seite folgen.

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